Ich merkte es unterwegs. Ich sah gerade auf die Uhr, es war 17 Uhr 30, da merkte ich es. Jetzt sitzen sie mir am Herzen. Es tut nicht weh, aber ich bin ganz ausgehöhlt. Wenn du mich anfasst, zerfalle ich.

Günter Eich, Träume

Der Sommer, der heiß von der Stirn rinnt

Im Sommer, in der Hitze, durchziehen tausend Farben mein Gesicht. Die Stirn unter dem hundeblonden Haar glänzt mattrosa, grobporig. Zu den Augenbrauen hin wird die Haut weißer, zieht ein helles Oval um das Gesicht bis herunter zum Kinn. Zwischen den struppigen Schläfen sitzen zwei kleine graue Augen, gläsern, unterzogen von einem wasserblauen Streifen, Pünktchen, Äderchen, umrahmt von der erdbraunen Brille. Ganz tief in der Mitte thront das Gestell, darunter leuchtet der fleischrote Nasenrücken, kantig und schweißschimmernd; er zieht sich vertikal durchs Gesicht. Blaue Lippen, als käme ich gerade aus dem Wasser gestiegen, und dann vereinzelt: wundrote Haut vom Rasieren, Leberflecken, Sonnenflecken, und dazwischen die vielen asymmetrischen Druckstellen vom Grübeln.

Anderer Mütter Kühlschränke

Als Kind fand ich es immer extrem verwerflich, wenn ich in den Kühlschränken meiner Freunde eine Fünferbatterie Kinder Pingui entdeckte. An den heißen Sommertagen, die Stefan und ich im Hof verbrachten, pausierten wir manchmal in seiner Küche, um Limonade zu trinken. Der kleine Bruder schlich dann um unsere Beine und öffnete irgendwann die Kühlschranktür, um im Seitenfach drei Kinder Pingui aus der Packung zu lösen, uns zu überreichen und sich bei uns beliebt zu machen.

So etwas gab es in unserem Kühlschrank nicht. Nichts dergleichen, nicht einmal Milchschnitte. Meine Mutter weigerte sich. Das Verlangen danach wurde uns ausgetrieben, als ein Reigen an Müttern im Kindergarten einmal versuchte, den Nachwuchs mit der »gesunden Milchschnitte« zu überzeugen: Zwei Pumpernickelscheiben, deren Innenseiten sparsam mit Quark und Honig bestrichen waren. Sämtliches Interesse ging ohne Verzögerung beim ersten Happen verloren; wir nahmen hin, dass Milchschnitten verwerflich waren, und das Leben keinerlei Alternative bereit hielt.

Nur die Kühlschränke der Freunde waren gefüllt damit. Und heute, wo ich meinen Kühlschrank selbst befülle, bemerke ich: Ich fand es natürlich nicht verwerflich, ich war einfach nur neidisch. Und obwohl ich an Trotzigkeit und Regelbruch nie sonderlich interessiert war, kaufe ich heute, hin und wieder und nur ganz selten, eine Fünferbatterie von diesem künstlichen Süßkram. Mütter, euer Pumpernickel hat nicht gesiegt. Nicht in diesem Fall.

One year ago, after graduating and trying myself as a freelancer for a short time, I started working with Edenspiekermann. This was one of the best things that ever happened to me; I cannot imagine another company which I can identify so much with, which I enjoy so much working with and which values and co-workers I regard so highly.

At Edenspiekermann, I work on the web team. Which means I do a lot of web design, but also get to do illustration from time to time. All digital. Which is nice. In the meantime though, Erik set up his personal printing workshop on the opposite site of the street, called p98a. He owns a collection of printing machines, and a lot (a lot!) of letters to print with. Yesterday, the whole company went there to have drinks and get to know the machines and the awesome space. I took some photos.

There is a nice little video where Erik explains the idea behind the workshop and his plans for the future. It’s really beautiful, you should watch it.

Nachricht von M.

Mein Exfreund schoss mit seiner gesamten Clique ins B. Zum Glück trafen wir uns nicht, ich wäre sehr betroffen gewesen. Ich traf nur seine Freunde. Ich habe mich dann selbst sehr getroffen, mit viel Special K. Das war sehr dumm von mir.