Das Ende der Beschwerde

„Ich wüsste niemand der sich selbst gehörte.“

Obwohl ich Popkultur gut finde, war ich nie ein überaus großer Fan von irgendwelchen Erscheinungen (die Jeanette-Biedermann-Phase mit 8 will hier lieber unerwähnt bleiben). Ich mag viel, aber eigentlich immer ganz unhysterisch. Es gibt nur zwei Gelegenheiten, bei denen ich hibbelig werde und große Vorfreude entwickle: Nummer 1: Beim Erscheinen eines neuen Miranda-July-Films oder -Buchs (oh, beides passiert in den kommenden zwei Wochen!), Nummer 2: Wenn PeterLicht eine neue Platte veröffentlicht.

Genau das ist gerade passiert, und ich freue mich wie ein Kind darüber. PeterLicht ist einer der wenigen Musiker, von denen ich wirklich jede CD (!) besitze und den ich konstant und ohne Verwackeln gut finden kann. Mein erster Popkonzert war eins von ihm, in einem schönen Augsburger Hinterhof mit Sitzgelegenheit (yeah). Er schafft es, Kritik an der Welt und an der Gesellschaft zu üben, ohne irgendetwas schlimm zu finden: Eher skurril und irgendwie (man weiß es nicht) auch weise.

Genau das passiert auch auf dem neuen Album: Hin und wieder tauchen einfach Textzeilen auf, die einem durch ihre Wahrheit und gleichzeitige Einfachheit die Mundwinkel nach oben ziehen. Offensichtlich geht es nicht nur mir so, denn mit der Platte wird der gute Peter wohl öfter denn je vom werten Radio Fritz rauf und runter gespielt. Ist aber ok – ich hätte nicht erwartet, dass ein Mensch wie der mal zum Sprachrohr der Jugend werden könnte. Gefällt mir. Lasst uns alle mal wieder ein bisschen nachdenklicher werden.

Und weil PeterLicht alles, aber auch wirklich alles schöner sagen kann als ich, ende ich hiermit mit einem Zitat und absolutem Hörbefehl.

Du musst dein Leben ändern / Und wenn ich nur wüsste / Welches Leben ich ändern müsste / Und welches besser nicht.

PeterLicht, Das Ende der Beschwerde, MotorMusic, 28.10.2011

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