(…) I can’t really explain what I mean. Sorry, I think I am just kind of moody at the moment. It will be better next week. But well, sometimes I just start comparing my life to others, or I start asking which role I play in my life in particular, and these questions are kind of complicated as there are no proper answers, I guess. Everything has to be learned and improved and re-learned and re-improved; it feels like living a good life is so much work! And maybe sometimes I am too lazy for all the work. But at the same time, I really love improving and living and all that, so—I’m just weird. It’s ok.
Doofer aussehen als mit Gipsarm geht eh nicht. Dachte ich.
2012 stellt mich auf die Probe und bringt mir bei, mein normales Leben mehr zu schätzen.
- In Nottingham: Wie unglaublich gern ich in Berlin lebe
- Zurück in Berlin: Wie unglaublich wichtig meine rechte Hand ist.
So ist das eben im Leben. Bis in sechs Wochen. Grmblmbl.
Frühlings-Christeln! Ich hoffe, das Wetter ist in Berlin genau so gut wie hier! Noch zwei Tage England.
Zwischen Jetzt und Später ist Jetzt
Vor einigen Monaten beschrieb ich – in Anlehnung auf die Fotoserie von Evi Lemberger auf Zeit Online – eine Idee, wie mein Leben in zehn Jahren aussehen könnte. Seitdem lässt mich der Gedanke nicht mehr los und meine momentane Situation fühlt sich an, als könnte ich alles tun, was ich wollte. Eine Sache, die ich mir ehrlich gesagt damals nicht vorstellen konnte, als ich mich entschied, mein Abitur nicht zu machen.

Generell bin ich unsicher, ob in der heutigen Zeit, in der heutigen Gesellschaft oder zumindest in meiner Adaption davon, etwas wie ein ausführlicher Lebensplan überhaupt noch notwenig ist. Wir sind flexibler geworden, was Wohnorte und Beziehungen angeht, wir haben nicht mehr den einen Beruf bis wir alt werden, und generell kann sich unser Lebensverlauf doch jeden Tag urplötzlich in eine vollkommen neue Richtung drehen – wie soll man da vernünftig planen?!
Andererseits bringt die Möglichkeit, so viele Möglichkeiten zu haben, natürlich auch Orientierungslosigkeit mit sich und schreit deshalb fast nach einem Plan. Orientierungslos fühle ich mich zwar nicht, aber ich tue mich schwer, den richtigen Plan zu schmieden – falls es den überhaupt gibt. Hier sind also drei Ideen, wie ich meine goldenen Zwanziger gestalten könnte.
Idee 1:
Mit 21 habe ich den Bachelor in der Tasche. Ich habe weder auf Praktika noch auf Agenturstaub Lust, und beziehe mit ein paar Freunden ein Büro, in dem wir alles, was in der Uni nicht mehr passiert ist, raus lassen und unsere Köpfe von seltsamen Unsinnsideen befreien, um danach ernsthafter Arbeit nachzugehen. Nach 12 Monaten stelle ich fest, dass mir der Unsinn (mit 22 nenne ich es dann „Experimentieren“) immer noch mehr Spaß macht als Steuererklärungen, und ich gehe zurück an die Uni, um einen Master in Design zu machen (bessere Fach-Ideen? Email an mich). Nach zwei Jahren Master bin ich gut im Berufsleben und mache das, was ich eigentlich tun will: Unterrichten. Ich arbeite an Unis und Hochschulen, freelance nebenbei durch die Gegend und wohne immernoch in Berlin. Mit 29 greife ich die Studio-Idee wieder auf – mit mehr Fokus und mehr Vita. Außerdem habe ich einen ordentlichen Plan für die kommenden sechs Jahre. 35, meine Güte.
Idee 2:
Wir bleiben bei der anfänglichen Idee des Design-Studios mit Freunden und den überschüssigen Gespenstern im Kopf. Wir basteln und freiberuflern fröhlich durch die Welt und merken, dass das Alles ganz schön gut ist. Nach 2 Jahren Testlauf machen wir die Sache handfest und werden ein offizielles Kreativ-Studio. Weil wir jemanden an Bord haben, der auch tatsächlich ein Auf-die-Reihekrieger ist, machen wir aber viel mehr als nur Design. Wir setzten Ideen um, woher auch immer die kommen und welche Form die auch immer haben. So geht das einige Jahre, und wenn es wirklich so gut ist wie die Form da gerade in meinem Kopf, machen wir das bis wir 30 sind. Aber eben immer ein Stückchen besser und größer und weiter.
Idee 3:
Nach dem Bachelor arbeite ich zwei Jahre freiberuflich als Interface-Designer und merke, dass mein Leben extrem langweilig und mein Rücken viel zu krumm ist. Ich tue alles, was bildungstechnisch notwenig ist (Abendschule, Abi nachholen, pipapo) und mit Ende Zwanzig bin ich am vorläufigen Ziel meines alternativen Berufslebens angekommen: Ich arbeite für die Kripo bei der Spurensicherung. OH YEAH.
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Beim Schreiben und Ausdenken der ersten beiden (wohl realistischeren) Ideen merke ich, dass sie nach wie vor ziemlich engspurig sind – sie spielen mehr oder weniger auf dem gleichen Spielfeld, aber das ist okay so – ich hatte ja nun 5 Semester Zeit, mich dort einzugewöhnen. Das ist gelungen, und ich bin gespannt, was in ein, zwei, drei Jahren wirklich passiert. Vielleicht verschwimmen auch alle Pläne, vielleicht passiert irgendetwas Unerwartetes und mein Leben dreht sich um 180 Grad. Das weiß man ja nie. Aber ich denke gern an die Zukunft, auch wenn sie schwammig bleibt. Denn egal, wohin ich sehe, sie sieht immer irgendwie ganz gut aus.
Den gestrigen Samstag habe ich in London verbracht, um die Stadt nach knapp fünf Jahren aus einem neuen Blickwinkel kennen zu lernen und um ein paar Freunde und Orte wiederzusehen. Ich traf Kübra, die mir einige wunderbare Straßen, Läden und Märkte zeigte, und James, mit dem ich im Design Museum war. Alles war gut, trotz des Regens, und das Design Museum ist trotz seiner hohen Eintrittspreise einen Besuch wert. London ist durchaus eine Stadt, in der ich leben könnte, vermute ich.
Und weil das Internet nichts vergisst: Der charismatischste Kater der Welt.
Fünf Monate Nottingham, und Schnee!

Achtung, kurzes Lebensupdate generell! Gute fünf Monate England sind vergangen. Fünf Monate! Was auch bedeutet: Der Februar ist der letzte Monat hier in Nottingham. Der letzte Arbeitsmonat bei Erskine, der letzte Monat Toast-als-normales-Brot-wahrnehmen und der letzte Monat Englisch nuscheln. In vier Wochen bin ich wieder in Berlin.
Es gibt eine lange Liste an Dingen, die ich gelernt habe, arbeitstechnisch und lebenstechnisch allgemein (das kommt alles hier ins Blog, irgendwann, wenn ich es sortiert habe). Es gibt eine Liste mit Dingen, die ich hier vermisse, und es gibt eine Liste mit Dingen, die ich in Berlin vermissen werde. Um das hier nun alles aufzuschreiben, ist die Zeit noch nicht vorangeschritten genug. Ich bin noch ziemlich mittendrin. Ja, was die Arbeit in der Agentur angeht, beginnt irgendwie gerade erst alles, zumindest fühlt es sich manchmal so an.
Ich freue mich riesig auf Berlin. Auf S-Bahnen, die nur alle 15 Minuten fahren, zum Beispiel. Heute kam ganz überraschend der Schnee – Zentimeterhoch! Er hat die Stadt noch ein kleines bisschen schöner, und um Einiges leiser gemacht – denn die komplette Infrastruktur wurde lahmgelegt. Mir bescherte das einen schönen Spaziergang durch leere Landstraßen nach Hause, und von mir aus kann es den ganzen Februar über so bleiben. Der weiße Schnee steht den roten Häusern der Stadt sehr gut.